Paulus verteidigt seine vom Vater gegebene Vollmacht
Seine Kritiker sagen, seine Briefe seien wuchtig, doch persönlich sei er unscheinbar und seine Rede nichts wert. Paulus antwortet, dass seine Waffen keine menschlichen sind, verweigert das Spiel der Rivalen, sich an sich selbst zu messen, und bleibt in dem Bereich, den unser Vater ihm zugewiesen hat.
10 1Ich, Paulus, bitte euch selbst bei der Sanftmut und Milde des Christus – ich, der ich von Angesicht zu Angesicht demütig unter euch bin, aber mutig euch gegenüber, wenn ich fern bin. 2Ich bitte euch, dass ich, wenn ich anwesend bin, nicht mutig auftreten muss – mit der Zuversicht, mit der ich gegen jene vorzugehen gedenke, die meinen, wir lebten nach menschlichem Maßstab. 3Denn obwohl wir im Leib leben, führen wir den Kampf nicht nach menschlichem Maßstab. 4Denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht bloß menschlich, sondern mächtig durch unseren Vater, um Bollwerke niederzureißen. 5Wir reißen Gedankengebäude nieder und alles Hochmütige, das sich gegen die Erkenntnis unseres Vaters erhebt, und nehmen jeden Gedanken gefangen, damit er Christus gehorche. 6Und wir sind bereit, jede Tat des Ungehorsams zu bestrafen, sobald euer Gehorsam vollkommen ist.
7Ihr seht die Dinge nach dem äußeren Schein an. Wenn jemand überzeugt ist, dass er Christus gehört, so bedenke er dies noch einmal: Wie er Christus gehört, so gehören auch wir ihm. 8Denn selbst wenn ich mich der Vollmacht, die der Herr uns gegeben hat, ein wenig zu sehr rühme – um euch aufzubauen und nicht niederzureißen –, so werde ich mich nicht schämen. 9Ich will nicht den Anschein erwecken, als wollte ich euch mit meinen Briefen einschüchtern. 10Denn sie sagen: „Seine Briefe sind gewichtig und kraftvoll, doch persönlich ist er schwach, und seine Rede ist nichts wert.“ 11Ein solcher soll bedenken: Was wir durch den Brief mit Worten sagen, wenn wir fern sind, das werden wir auch tun, wenn wir anwesend sind.
12Wir wagen es nicht, uns zu einigen zu zählen oder mit ihnen zu vergleichen, die sich selbst empfehlen. Indem sie sich an sich selbst messen und sich mit sich selbst vergleichen, zeigen sie keine Einsicht. 13Wir aber wollen uns nicht über die Maßen rühmen, sondern nur im Rahmen des Wirkungskreises, den unser Vater uns zugemessen hat – ein Maß, das auch bis zu euch reicht. 14Wir überschreiten unsere Grenzen nicht, als hätten wir euch nicht erreicht, denn wir waren die Ersten, die mit dem Evangelium des Christus bis zu euch gelangten. 15Wir rühmen uns nicht über die Maßen mit fremder Arbeit, sondern hoffen, dass, wenn euer Glaube wächst, unser Wirkungskreis unter euch sich weit ausdehnen wird, 16sodass wir das Evangelium auch in den Gebieten jenseits von euch verkündigen können, ohne uns mit Arbeit zu rühmen, die in fremdem Bereich bereits getan ist. 17Sondern: „Wer sich rühmt, der rühme sich unseres Vaters.“ a a v17 Paulus zitiert den Propheten Jeremia, wo der, dessen man sich rühmen soll, der Bundesgott ist, der sich selbst Vater nennt – wahres Rühmen ruht also nicht in uns selbst, sondern in ihm. 18Denn nicht wer sich selbst empfiehlt, ist bewährt, sondern wen unser Vater empfiehlt.